FC Viktoria Thiede
von 1913 e.V.

Geschichte

1913 war ein gutes Jahr, ein Jahr voller Aufbruch und Energie. Nicht nur, dass das Jahr den Menschen den schönsten Sommer des ganzen Jahrhunderts beschert, man spürte überall Veränderungen. In Essen gründet die Mutter von Karl und Theo Albrecht den Prototypen der Aldi-Supermarktkette, in Braunschweig vermählten sich die Prinzessin Viktoria Luise mit Herzog Ernst August von Hannover und zogen unter sehr viel Lokalpatriotismus in die Welfenstadt. Der Name Viktoria muss wohl einigen so gut gefallen haben, dass sie ihren neu gegründeten Fußballverein von nun an FC >Viktoria< Thiede nannten. Die Idee Fußball zu spielen, war insgeheim schon drei Jahre früher geboren, als nämlich im Sommer 1910 der Bauer Kassel und sein Sohn Otto bei einer Fahrt nach Braunschweig zum ersten mal sahen, wie Jungen hinter einem runden Lederball her rannten. >Fußball< hieß der neue Sport, der, wie eine Seuche, von England aus auch in Deutschland seine Anhänger fand. Jeder Groschen wurde gespart und bald wurde aus der Stadt ein Ball besorgt. Am anderen Morgen wurde gleich auf dem Hof neben der Gaststätte „Zur Krone“ das runde Leder ausprobiert. Ein kräftiger Tritt, ein böser Knall … und der neue Ball platzte, als er mit der Spitze eines Eisenzauns Bekanntschaft machte. Bald war der Ball vom Sattler geflickt und auf dem alten Friedhof hinter der Kirche wurde von nun an trainiert. Zu den sieben Jungen, die sich regelmäßig trafen, kamen bald weitere hinzu und am Ende des Sommers war die erste Mannschaft komplett. Otto Kassel, Otto Löhr, August Mönnich, Otto Osterloh, Wilhelm Sander, Willi Siebert, Karl Tornau, Hermann Wolf, Karl Aue und Hermann Hopert gehörten der Mannschaft an. Otto Kassel wurde zum Vorsitzenden gewählt und der FC Viktoria Thiede von 1913 war gegründet. Immer mehr junge Männer traten dem Verein bei und es entwickelte sich ein reges Vereinsleben. Die Viktoria wurde beim Fußballverband angemeldet und gehörte zum Verband Peine. Die Mitglieder finanzierten den Kauf von Toren, Stiefeln und Trikots. Die Hemden waren schwarz-gelb gestreift und die Hosen schwarz. Gespielt wurde überall auf Wiesen, Acker und Viehweiden, immer die Angst im Nacken vor den Bauern und Feldhütern.

Das erste wirklich „große“ Fußballspiel wurde gegen Üfingen ausgetragen. Aber bereits nach wenigen Minuten wurde es durch die Polizei unterbrochen. Weil die Spieler knielange Hosen trugen, stellte das doch den Tatbestand der Erregung öffentlichen Ärgernisses dar. Dennoch siegte Thiede mit 3:2 Toren, der Anfang war gemacht. Ein Sport- oder Fußballplatz war nirgendwo vorhanden und so kam es vor, dass während eines Spiels mehrmals der Ort gewechselt werden musste, weil die Besitzer Angst um ihre Wiesen und Weiden hatten. Aber man ließ sich nicht entmutigen. Immer wieder wurden die Tore an verschiedenen Stellen neu aufgebaut. Zu Auswärtsspielen wurde mit dem Fahrrad gefahren. Da nicht alle Spieler ein Rad besaßen, musste man Fahrgemeinschaften bilden, in dem man einen Mitspieler auf der Stange mitnahm.

Am 13. Mai 1913 kam es unter der Schirmherrschaft des Ingenieurs Gustav Leopold vom Kailwerk „Thieder Hall“ und mit der Teilnahme von Eintracht Braunschweig zum ersten Leichtathletik-Sportkampf, den der Verein organisierte. Ein Parkur von 4 Kilometer Länge musste zurückgelegt werden, von der Firma Goes über Hohe Weg, der Kolonie Fümmelse und zurück zur Schützenstraße. Sieger wurde Hermann Hopert.

Der Ausbruch des 1. Weltkrieges brachte ein Ende des Spielbetriebes. Nur noch vereinzelt konnten Spiele ausgetragen werden. Einige Vereinsmitglieder der ersten Stunde kamen nicht aus dem Krieg zurück.

Um die Brüder Kassel, Günther, Meier und Hartmann entstand eine neue starke Mannschaft. Mit dem „Knochenharten“ Harzer Bormann und dem Talent Knorke König war die „neue“ Viktoria kaum zu schlagen. Doch nach einigen Jahren war die Luft raus und der Verein geriet in eine personelle Krise. Aber dem Thieder Picco Wacker gelang es, sich mit einigen wenigen Leuten dem Turnverein Thiede von 1917 anzuschließen. Kurt Feuerstarke schaffte es, neue Spieler im Dorf zu finden. Bald entstand im Turnverein Thiede eine Fußballabteilung die vom Obmann Wacker geführt wurde. Nun ging es wieder bergauf. Bereits nach wenigen Monaten war der Aufstieg in die damals höchste Klasse geschafft. Im Jahr darauf standen die Viktorianer mit dem MTV Braunschweig punktgleich an der Spitze. Ein Jahr später wurde die Bezirksmeisterschaft errungen. Als Meister des Bezirks Braunschweig nahm Viktoria an der Austragung der Deutschen Meisterschaft im Deutschen Turnerbund teil. Zu Beginn wurde gegen den Meister

Hannover gespielt. Die Hannoveraner kamen ziemlich siegessicher in Thiede an. Sie belächelten die Mannschaft voller Mitleid und Hohn. Beim Schlusspfiff hieß es dann 6:0 für Viktoria. An diesem Tag wurden 80 Reichsmark eingenommen. Der Eintrittspreis betrug in der damaligen Zeit 20 Reichspfennige. Demnach mussten über 400 Zuschauer das Spiel gesehen haben. Besucherzahlen, von denen der Verein heute nur träumen kann.

An einem der nächsten Spieltage wurde nach Wittingen in der Heide gefahren, um dort gegen den Meister des Heidebezirks anzutreten. Dieser wurde mit 5:1 besiegt. Dann kam der Polizeisportverein Hamburg, der Meister aus Hamburg. Zu diesem Spiel kamen über 3000 Zuschauer nach Thiede, absoluter Rekord! Die Hamburger brachten einen Torwart mit, der alles hielt und nur so durch die Luft flog. Durch ein Tor von Hardy Günter führten die Viktorianer zur Pause mit 1:0, am Ende hieß es jedoch 3:1 für Hamburg. Über dieses Spiel wurde noch monatelang im Dorf gesprochen.

Doch auch Niederlagen gehören zum Spiel. Die Begeisterung hielt weiter an und erreichte ihren Höhepunkt in dem Spiel gegen die bis dahin ungeschlagene Mannschaft von Eintracht Braunschweig. Die Eintracht erschien sehr selbstbewusst in unserer Ortschaft und wurde mit 3:1 nach Hause geschickt.

Das waren die „goldenen“ Vereinsjahre, in denen die Namen der Thieder Sportler in den Siegerlisten ganz oben standen. Aber diese hervorragenden Leistungen konnten nur erreicht werden, weil alle Spieler nicht nur Fußball spielten, sondern auch Leichtathleten, Handballer oder Faustballspieler sich um den Verein verdient machten. Die Harmonie, mit der ebenso berühmten Handballmannschaft des Vereins war ausgezeichnet. Gegenseitig wurden Spieler ausgetauscht. Manchmal wurde von ein und dem selben Spieler morgens Handball und am Nachmittag Fußball gespielt. An dieser Stelle muss einmal etwas über die damaligen Thieder Zuschauer erwähnt werden, die ihrem Verein über Jahre die Treue hielten. So war es für die Damen selbstverständlich jeden Sonntag auf dem Sportplatz zu erscheinen und ihre Mannschaft oder Spieler anzufeuern. Manch „Thieder Original“ war unter den Zuschauern, wie Schrader, der vor Aufregung einen Haufen Zigarren anrauchte und sie dann fortschmieß; Ehlers und Sander, die während der Spielzeit mehr schwitzten als an Wochentagen beider Arbeit oder Hermann Burgdorf, der in Wolfenbüttel mit Polizeigewalt vom Sportplatz geführt werden musste. Die Spieler der damaligen Zeit: im Tor Harri Struck,danach Bälu Buchholz, als Verteidiger spielten Hacke und Schmidtmeyer. Dieses „Paar“ war wie ein Bollwerk vor dem Tor. In der Läuferreihe Erich Kassel, Keck Weber, Spatz Hoffmeister. Nach dem Ausscheiden von Kassel und Hoffmeister kamen M. Wandt und der der Bäckermeister Heinrich Stübling. Im Sturm spielten von rechts nach links zunächste Strobel Meyer, dann der „harte“ Tury Hase, Glatsch Günther, Hardi Günther, Mingo Weber und Kinkel Diedrich. Auswechselspieler aus der Handballmannschaft waren Friedo Goes, Walter Schrader, Ferdi Kohl und Willi Kalweit.

Im Jahr 1933, als es mit den Arbeitsverhältnissen besser wurde und viele Spieler jetzt nur noch neben dem Beruf ihrem heißgeliebten Sport nachgehen konnten, ging eine große Ära in der Geschichte der Viktoria zu Ende. Es wurden nur noch vereinzelt Spiele ausgetragen. Man spielte damals auf dem Gelände des ehemaligen Kaliwerks, das mehr schlecht als recht zum Spielen hergerichtet wurde.

Zu Beginn des 2. Weltkrieges und der Einzug der meisten Spieler zum Militär, brachten das Sportgeschehen in unserem Ort gänzlich zum Erliegen. Männer wie Nehring, Sandroß oder Riefenberg stellen den Übergang zur Nachkriegszeit her. Auch muss an dieser Stelle der damalige Mühlenbesitzer Ernst Narock genannt werden, der einen Lieferwagen trotz Benzinrationierung jeden Sonntag zur Verfügung stellte.

Trotz Krieg und Mangel kam die Geselligkeit auch während des Krieges nicht zu kurz. Obersteiger Preissev sorgte dafür, dass der Saal der Krone geschmackvoll geschmückt wurde. An den Feiern und Kappenfesten nahmen immer zwischen 100 und 200 Personen teil. Diese Veranstaltungen sind bis zum heutigen Tage unerreichbar geblieben.

Nach Kriegsende lösten die Besatzungsmächte alle Vereine auf. Nur nach zähen Verhandlungen und Sondergenehmigungen wurde der Turn- und Sportverein von 1900 als einziger Verein in Thiede zugelassen. Er war das Auffangbecken für alle Sporttreibenden, die nach dem Krieg wieder aktiv werden wollten. Gastwirt Franz Nehring sowie Otto Riefenberg waren die Stützen der „neuen“ Fußballabteilung. Unter Walter Möhle errang die Mannschaft wieder guten Ruf in den Dörfern um Thiede. Dank seiner Beziehungen zu verschiedenen Stellen gelang es ihm, Fußballstiefel und Spielerbekleidung zu beschaffen. Auch kümmerte er sich um zusätzliche Mahlzeiten und fand immer wieder Fahrgelegenheiten zu Auswärtsspielen.

Bis 1949 verblieb die Fußballabteilung beim TSV, dann kam der Gedanke auf, wieder einen eigenen Verein zu bilden. Im damaligen Vereinslokal „Zum Lindenhof“ wurde unter zahlreichen Gästen der alte Fußballverein Viktoria Thiede neu gegründet. Jetzt wurde im Kreis Wolfenbüttel gespielt und es gelang dreimal hintereinander die Kreismeisterschaft zu erringen.

1953, beim 40 jährigen Jubiläum, spielte die erste Mannschaft in der Bezirksklasse. Spieler wie Roland Günther, Helmut Neubert, Helmut Steckhan, Matze Rätz, Günter Rusch, Fred Kramer, Alfred Hielscher und der Schrecken aller Schiedsrichter Fritz Kruse waren die „Helden“ der Stunde. Die nach dem Krieg und der schlechten Zeit ausgetragenen Spiele waren echte Zuschauermagneten. „Es gab ja nichts“ und so ging man auf dem Sportplatz.

Manche Spiele waren stark vom Ego geprägt und entwickelten sich zu wahren Schlachten.

Bereits ab den 1950er Jahren war die Jugendmannschaft ein wichtiger Faktor für den Verein. Die damalige Jugendmannschaft um die Spieler Blasius, Vollmer, Rusch, usw. eilten von Erfolg zu Erfolg. In Top-Leistung war diese Mannschaft gegen die Elf von Bergedorf 85. Das Spiel bot an Spannung und Können alles, was von einem guten Treffen zu erwarten war.

Eine neue erste Jugendmannschaft konnte 1956 gegründet werden. Der damalige Jugendleiter Johann Sponer baute diese Mannschaft systematisch auf. Überhaupt wurde im Verein immer, bis zum heutigen Tage, wert darauf gelegt, dass eine gute und sinnvolle Jugendarbeit geleistet wird. Denn die Jugend ist das Potential, aus dem später der Verein gute Stammspieler bezieht.

Wir sind in der Rock and Roll Ära. Wichtig in dieser Zeit war die Form der Haare. So kam es schon mal vor, dass die Spieler ihr persönliches Haarpflegeset mit auf das Spielfeld brachten. Versteckt im Stutzen waren Kamm, Brisk (Haargel) und Spiegel. Mit der Folge das Kopfballduell zu vermeiden. Kam es dennoch zu einer Berührung, wurde umgehend die Haarpracht wieder gerichtet. Die Spieler unterbrachen „das Spiel“, zückten die entsprechenden Utensilien und richteten die lädierte „Elvis-Locke“.

Der provisorische Sportplatz auf dem Kalischaftgelände, hinter der Bahnstrecke Braunschweig-Börßum, genügte den Anforderungen des damaligen Spielbetriebes nicht mehr. Man sah sich um und fand einen hervorragendes Gelände am unteren Ende der Bahnhofsstraße, das die Bundesbahn dem Verein zur Verfügung stellt. So wurde 1954 der erste „richtige“ Sportplatz mit Rasenplatz und Aschebahn eingeweiht. Hier wurde bis 1968 ausgezeichnete sportliche Leistungen vollbracht.

Nach dem Spielende wurde sich in der Gaststätte Brunke getroffen. Und es wurden die Spiele „analysiert“. Im Regelfall endete so eine Unterredung mit einem leeren Bierkeller der Wirtin. So war man halt gezwungen, die anderen Lokalitäten im Dorf wie Kammerkrug, Krone oder den Lindenhof auch noch aufzusuchen. Und so nahm das Wochenende einen (voll)endeten Ausklang.

Nach Schließung des Vereinslokals Lindenhof in den 1980er Jahren wurde „die Glocke“ an der Kreuzung, unter der Leitung von der Wirtin Brone Kausche mit Zapfer Hasi Guld, zum Vereinslokal. Hier trafen sich die Viktorianer sowohl vor, als auch nach dem Spiel.

Der FC Viktoria Thiede war sportlich etabiliert. Salzgittermeisterschaften, Bezirksmeisterschaften und Pokalsiege wurden errungen. Große Spieler waren Ende der 50er Jahre, Anfang der 60er Jahre: Räts, G. Rusch, G. Vollmer, S. Köhler, H. Zickenrott, H. Guld, F. Kramer, J. Hoffmann.

Auch dürfen bei der Aufzählung die Vorsitzenden Walter Möhle, Willi Vaneslow, Willi Wacker, Hermann Eppers sowie Karl Kracik und der ewige Kassierer Otto Vollmer nicht vergessen werden.

Als nach jahrelanger ausgezeichneter Mannschaftsbetreuung Mingo Weber sein Amt als Fußballobmann aufgab, fehlte der Mannschaft der Halt und schon nach kurzer Zeit mussten die Viktorianer in die Bezirksklasse absteigen. Beim Lesen der alten Protokollbücher sind die Jahre von 1963 bis 1973 hauptsächlich gekennzeichnet von der „Vereinsarbeit“. Dahinter verbergen sich natürlich ungezählte Stunden an Vorstandsarbeit, Mannschaftsbetreuung, Sportplatzpflege, Fahrten zu Auswärtsspielen, zahlreiche Sportwochen und Vereinsfeste. Vorsitzende wie Johann Sponer oder Heinrich Stübig sorgten für ein vielfältiges Vereinsleben.

Die Sportstätte am Bahnhof Thiede-Ost musste 1969/70 einer Halle der Konservenfabrik weichen, eine neue Spielstätte fand man auf dem Gelände des Alten Thieder Bahnhof West und der neuen Straße „Am Sportpark“. Mit dem Bau der Sportanlage hinter dem Jugendheim im Jahre 1968 wurde eine optimale Stätte geschaffen. Anfänglich stand zwar nur ein Hartplatz, der aber mit Flutlicht ausgestattet war, zur Verfügung. 1971 wurde dann ein wundervoller Rasenplatz angelegt, der von Spielern und Zuschauern gern angenommen wurde.

Sportlich begann mal wieder ein neuer Aufschwung. Die erste Mannschaft erspielte 1968 und 1973 den Kreispokal. Unter dem Vorsitz von Kurt Hartmann und Friedhelm Häbermann, Bundesligaspieler von Eintracht Braunschweig, als Trainer gelang 1975 der lang ersehnte Aufstieg in die Bezirksklasse.

Den Spielern Hoffmann, Bormann, Famula, den Liers, Weibel und die Flint-Brüder, Guhl und co. gelang nach einer Zitterpartie gegen Beinum die 3:2 Führung. Besonders erwähnt werden muss hier auch der langjährige Torwart Wolfgang Weibel, der, obwohl im Angebote von Eintracht Braunschweig vorlagen, dem Verein die Treue hielt.

Mit der Gründung einer Spielgemeinschaft zwischen Steterburg und Viktoria, konnte der Jugendspielbetrieb aufrecht erhalten werden. Auf- und Abstiege, Meisterschaften und Pokalsiege wurden in den vergangen Jahrzehnten errungen. Unvergessen ist das Freundschaftsspiel 1988 gegen die Bundesligisten Hannover 96 oder 1993 den FC Carl-Zeiss Jena sowie das Spiel vor 2300 Zuschauern gegen Eintracht Braunschweig 2005.

1980 wurden auf Initiative von Heike Brakemeier, Silke Hartmann, Susanne Hecker und Silke Letzner eine Handballabteilung gegründet. Diese Sportart nahm im Verein einen rasanten Aufstieg und wurde bald fester Bestandteil neben der Fußballabteilung. Parallel zur weiblichen Handballmannschaft bildete sich auf Initiative von Jürgen Magalowski, der Trainer der Jugendmannschaft war, eine Herrenmannschaft unter dem ersten Handballobmann des Vereines, Burkhard Jost . Spieler wie Johann Dragon, Rolf Sahm, Detlef Henning, Jörg Grahe, Bernd Friedrich, Hans-Peter Friedrich und Axel Henning bildeten schnell das Gerüst der Mannschaft. Überregionales Ansehen errang der Handballsport durch die jährlichen Ausrichtungen der Handballturniere, den Viktoria-Cup und der Wilhelm-Goes-Cup. Diese Turniere wurden 1986 vom damaligen Trainer Jürgen Kinzel ins Leben gerufen.

In den letzten Jahren feierten die Damen- und Herrenmannschaften unter dem Abteilungsleiter Immo Hübener viele Erfolge. Darunter Meisterschaften und Pokalsiege im Kreis und in der Bezirksliga.

Der größte Erfolg in der Handballabteilung war 1992 der Aufstieg der Frauenmannschaft unter Trainer Gundolf Deterding in die Bezirksliga, in der man sich bis 1996 halten konnte. Die erste Herrenmannschaft konnte Meisterschaften in der Kreisliga bzw. Kreisoberliga und damit verbunden Aufstiege in die Bezirksklasse/Regionsoberliga 1991, 1999, 2003 und 2010 feiern. Bemerkenswert war die Meisterschaft 2003 als das Team von Trainer Axel Linke mit 52:0 Punkte die Spielklasse domnierte.

Die größten Spiele waren im Jahr des 75-jährigen Vereinsjubiläums. Die Partien der Damenmannschaft gegen Bundesligist Grün-Weiß Frankfurt (11:30) und der Herrenmannschaft gegen den tschechischen Erstligisten Roter-Stern Bratislava (14:28).

1981 übernahm Willi Neumann den Verein, den er bis 1992 führte. Danach, von 1993 bis 2003, war Detlef Knull Chef des Ganzen. Beide führten ihren Job mit viel Engagement und Herzblut durch.

Beim Fußball wurden Glanzpunkte in den Jahren 1994 bis 1999 gesetzt. Unter dem Spielertrainer Stefan Mau formierte sich eine starke erste Mannschaft. Diese wiederum wurde gestützt von einem guten zweiten Team, das von Carsten Wilde geleitet wurde. Mit dem Aufstieg 1997/98 in den Bezirk und der Meisterschaft der zweiten Mannschaft wurde dem hohen Fußballniveau in Thiede Rechnung getragen.

Spieler wie Andreas Migge, Stephan Tschirpig, Andreas Witzke, Oliver Pramme, Lars Wilde, Ingo Stitz, Stefan Mau, Christian Kupcik, Waldemar Koystia, Harry Piel, Torsten Müller, Mathias Stanik, Thomas Israel, Andreas Maniora, Maik Mertner, Mario Mattick aus der Ersten sowie Ralf Heinrich, Andi Jambor, Jens Reimann, Ralf Knull, Olaf Schaare, Wolfgang Lier, Axel Kamp, Caner Koparal, Jörg Reichenau, Carsten Wilde, Rainer Suffner, Günther Wilde, Klaus Michel, Markus Roth, Jürgen Schommer, Lothar und Klaus Hildebrand, Daniel Orth, Werner Kramer, Reiner Lorenz, Jürgen Krüger, Eckehard Strauß, Jürgen Klusmann von der Zweiten und der Alten Herren haben sich für immer in die Geschichtsbücher des Vereins eingeschrieben.

Nach langen komplizierten Verhandlungen wurde im März 1995 die Bezirkssportanlage Thiede an den FC Viktoria Thiede übergeben. Ein Areal von 33.000 qm mit Duschen und Umkleidekabinen muss nun vom Verein selbst unterhalten werden. Die Pacht betrug zwei Pfennige pro Quadratmeter und Jahr. Für die Funktionsräume im Jugendtreff mussten die Viktoria drei Mark im Monat zahlen.

Nach der Übernahme der Sportstätte war es nur logisch, dass sich die Vereinsspitze nach einem Vereinsheim umsah und es auch in der ehemaligen Hausmeisterwohnung neben dem Jugendheim fand. Diese wurden von der Stadt Salzgitter angemietet und innerhalb eines Jahres in kompletter Eigenleistung mit einem Finanzumfang von circa 50.000 DM umgebaut. Im April 2000 erfolgte die Inbetriebnahme des neuen Vereinsheimes.

Unter den Vorsitzenden Thomas Ringleb und Stephan Tschirpig startet der Verein ins neue Jahrtausend. Enormer Mitgliederzuwachs und eine hervorragende Jugendarbeit ließen den Verein stetig wachsen und den Sportplatz zu klein werden. Insgesamt 13 Teams mussten sich für den Spielbetrieb und das Training einen Rasenplatz teilen. Entsprechend groß war auch der Verschleiß des Platzes und die Pflegekosten. Mitte 2008 wurde sich für eine zusätzliche Fläche östlich des Rasenplatzes entschieden. Baubeginn war im September 2009, Fertigstellung im Oktober 2010. Etwa 300 000 Euro hat der Verein in die Hand nehmen müssen um den Platz zu bauen. Vieles wurde in Eigenleistung geschaffen. Spenden sowie Unterstützung von der Stadt und dem Landessportbund machten es möglich das Riesenprojekt zu verwirklich.

Eine große bewegte Geschichte hat der Verein hinter sich. Doch neben dem Spielbetrieb gibt es auch die „Vereinsarbeit“, die in den letzten Jahren immer stärker in den Vordergrund getreten ist. Ungezählte Stunden an Vorstandsarbeit, Mannschaftsbetreuung, Sportplatzpflege, Fahrten zu Auswärtsspielen, Sportwochen und Turniere werden meist von Zuschauern und Spielern kaum wahrgenommen. Stellvertretend für alle, die die Jahre über diese Arbeit wahrgenommen haben ist hier Barbara Hilbig zu nennen, die in den letzten Jahren eine gute konstante Arbeit geleistet hat. Heute im Jahr 2013 hat der FC Viktoria Thiede 620 Mitglieder. Am derzeitigen Spielbetrieb nehmen insgesamt 30 Mannschaften teil. Im Fußball vier Herrenmannschaften, zehn Jugendmannschaften sowie eine weibliche Jugendmannschaft. Im Handball sind es vier Herrenmannschaften, fünf männliche Jugendmannschaften, zwei Damenmannschaften und drei weibliche Jugendmannschaften.

Seit ca. 2 Jahren gibt es auch eine Faustballmannschaft. Alles in allem kann der Verein zuversichtlich und voller Stolz sein hundertjähriges Jubiläum feiern und sich daran erinnern, wie es mal angefangen hat: mit 7 Spielern auf einer Wiese.

Hartmut Alder, Ortsheimatpfleger Thiede,

März 2013

 

Vereinsvorstand

Otto Kassel                1913 bis 1922

R. Jauns                     1922 bis 1926

Friedrich Peiser       1927 bis 1933

Wilhelm Wacker      1934 bis 1949

Walter Möhle          1949 bis 1950

Hugo Weber           1951 bis 1954

Wilhelm Wacker      1954 bis 1956

Hermann Eppers     1956 bis 1958

Karl Kracik               1958 bis 1960

Johann Sponer       1960 bis 1964

Kurt Kniebel            1964 bis 1965

Johann Sponer       1965 bis 1966

Heinrich Stübig       1967 bis 1970

Kurt Hartmann       1971 bis 1980

Rainer Famulla       1980 bis 1981

Willi Neumann        1981 bis 1992

Detlef Knull            1993 bis 2003

Thomas Ringleb     2003 bis 2011

Thomas Rückert     2011 bis 2012

Andreas Maniora 2012 bis …